SET-Übung in Ainring17.11.2009
Die letzte Zugübung des Jahres 2009 führte die Aktiven der Feuerwehr Ainring nach Hammerau ins dortige Lagerhaus der Raiffeisen Waren GmbH Oberbayern Südost. Von den Übungsausarbeitern Bernhard Hasenöhrl und Roman Kufner wurde ein Betriebsunfall im Untergeschoss der nördlichen Betriebshalle angenommen, in dessen Verlauf es zu einem Explosionsereignis mit heftigem Folgebrand kam. Begünstigt durch die dort zu Hauf gelagerten Materialien kam es zu einer starken Rauchentwicklung, wodurch sich fünf Arbeiter nicht mehr rechtzeitig in Sicherheit bringen konnten und verletzt im Untergeschoss zurück blieben. Die Verletztendarsteller wurden vom Team für Realistische-Unfall-Darstellung (RUD) des BRK vorab geschminkt und spielten ihre Rollen äußerst engagiert.
Vom Einsatzleiter der Feuerwehr Ainring wurde die Einsatzstelle erkundet und in zwei Abschnitte geteilt, wobei beide Abschnitte über Zugänge zum Untergeschoss verfügten (steiler Treppenabgang und Betriebsabfahrt). Aufgrund der relativ großen Fläche des Objektes und der eingelagerten Materialien war ein massiver Atemschutzeinsatz erforderlich. Daher entschloss sich der Einsatzleiter die Kollegen der Feuerwehr Freilassing mit einem Hilfeleistungslöschfahrzeug zur Unterstützung durch das so genannten Schnell-Einsatz-Team (SET) anzufordern, um den Atemschutzeinsatz besser abzusichern. Beim SET handelt es sich um eine spezielle Kooperation der Feuerwehren Ainring und Freilassing, die jeweils gegenseitig im Einsatzfall angefordert werden kann. Dazu entsendet die angeforderte Wehr ein Löschfahrzeug, ggf. ergänzt durch die Drehleiter mit ausgebildeten Atemschutzgeräteträgern und entsprechendem Equipment. Das vier Mann starke Team steht dann als „schwerer Sicherheitstrupp“ mit erweiterten Gerätschaften an der Einsatzstelle auf Bereitschaft und kommt dann zum Einsatz, wenn ein s.g. Atemschutznotfall eintreten sollte, um die in Not geratenen Kameraden schnellstmöglich aus dem Gefahrenbereich zu bringen und/oder mit zusätzlich mitgeführter Atemluft versorgen zu können. Das SET geht also über den standardmäßig zu stellenden „leichten“ Sicherheitstrupp deutlich hinaus. Die beiden Nachbarwehren ergänzen sich dabei, da sie hinsichtlich Ausstattung, Ausbildung und Führungsorganisation kompatibel und einheitlich auftreten. Das Konzept wurde Anfang des Jahres 2009 eingeführt und in den jeweiligen Wehren intensiv beübt, dabei kleinere Nachjustierungen getroffen und bei inzwischen drei gemeinsamen Übungen auf die Praxistauglichkeit hin überprüft. Beim Brand in der Discothek Fun in Freilassing kam es erstmals im Ernstfall zur Anwendung. Zwischenzeitlich wurden die ersten Verletzten aus dem verrauchten Bereich durch Atemschutztrupps gerettet und an die Helfer der Rotkreuz-Bereitschaften Ainring und Freilassing, die mit zwei Fahrzeugen an der Übung teilnahmen übergeben und dort weiter versorgt.Parallel zur Menschenrettung wurde der Brand im Kellergeschoss bekämpft und mittels Überdruckbelüftung der Raum entraucht. Die Wasserversorgung stellte ein Oberflurhydrant im südlichen Geländeteil sicher. Nachdem alle Aufgaben gelöst waren dankten der Ainringer Kommandant Martin Waldhutter und der Übungsbeobachter und Hausherr Kreisbrandinspektor Heinrich Waldhutter den Helfern der Feuerwehren, des BRK und den Mimen für die aufgewendete Zeit.
Verfasser: www.feuerwehr-ainring.de
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